Asthma, Asthma bronchiale, Bronchialasthma
Entzündung und erhöhte Empfindlichkeit der Schleimhäute der Bronchien, die zur Verengung der Atemwege führt. Asthma gehört zusammen mit der allergischen Rhinitis und der Neurodermitis zu den sogenannten atopischen Erkrankungen.
Ursache(n)
Man konnte bislang verschiedene Faktoren der Entwicklung von Asthma identifizieren. Bei etwa 15 Prozent der Asthma-Kinder ist die Erkrankung allein auf eine Allergie zurückzuführen. Am häufigsten sind aber Mischformen, die sowohl durch Allergene als auch durch Infekte oder unspezifische Reize verursacht werden. In der Vorgeschichte finden sich häufig Atopie, eine Lungenerkrankung in der Neugeborenenperiode oder Infektionen der Atemwege.
Weitere beeinflussende Faktoren können sein: Tabakrauch (Passivrauchen!), Virusinfektionen, kalte Luft, Luftverschmutzung, Wetteränderungen, starke Gerüche, körperliche Anstrengung, psychische Faktoren, bestimmte Medikamente (Betablocker), selten auch Nahrungsmittel. Die häufigsten Allergene sind: Hausstaubmilben, Tierhaare, Kakerlaken, Schimmelpilz, Pollen, Staub.
Merkmale, Diagnostik, Verlauf
Dem Krankheitsbild Asthma liegt eine Stimulation bestimmter Abwehrzellen, so genannter Mastzellen zugrunde. Diese Zellen setzen Substanzen frei, die unter anderem die Atemwegsmuskulatur zusammenziehen und die Schleimproduktion in den Lungen anregen. Diese Reaktion findet meist sehr schnell, innerhalb von 15 bis 30 Minuten nach Kontakt mit dem auslösenden Stoff statt. Später (innerhalb von zwei bis vier Stunden) wandern dann Entzündungszellen in die Wände der Bronchien ein und lösen dort eine chronische Entzündung aus. Asthma ist mit zwei bis fünf Prozent eine der häufigsten chronischen Erkrankungen im Kindesalter. Bis zu 80 Prozent der Asthmatiker entwickeln vor dem 5. Lebensjahr Symptome, mehr als 20 Prozent bereits im ersten Lebensjahr.
Komplikationen
Wird Asthma nicht ausreichend behandelt, kann es zu bleibenden Beeinträchtigungen der Lungenfunktion kommen. Mögliche Schäden sind unter anderem Emphysem oder Cor pulmonale.
Im akuten Asthmaanfall kanAsthma bronchiale - Therapie
Zunächst sollten Maßnahmen ergriffen werden, welche die auslösende Ursache direkt angehen. Sind Sie also an der allergischen Form des Asthmas erkrankt, müssen Sie die betreffenden Allergene meiden. Bei der nichtallergischen Form sollte jeder Betroffene sich gut vor entzündlichen Erkrankungen der Atemwege schützen.
Erst wenn diese Maßnahmen nicht ausreichen, müssen Beschwerden mit Medikamenten behandelt werden. Dabei richtet sich der Arzt nach dem Schweregrad der Erkrankung (siehe auch Erkennung/ Untersuchungen) und behandelt Sie nach einem festgelegten Stufenschema.
Es kommen verschiedene Medikamente zum Einsatz:
- Medikamente, welche die verengten Atemwege direkt entspannen und entkrampfen: sogenannte Bronchodilatatoren wie Terbutalin, Salbutamol, Theophyllin und Ipratropiumbromid
- Medikamente, welche die chronische Entzündung beeinflussen: sogenannte Glukokortikoide wie Budenosid
- Medikamente, die die Überempfindlichkeit gegen die auslösenden Stoffe vermindern sollen: Antiallergika wie Cromoglicinsäure
- Medikamente, die das Abhusten des zähen Schleims verbessern: Bromhexin oder Acetylcystein
Oft müssen verschiedene Präparate gemeinsam eingenommen werden. Viele Arzneistoffe werden als Inhalationsspray (Dosieraerosole) in die Einatemluft gesprüht und wirken so direkt an den gereizten und verengten Bronchien. Andere
- Medikamente sind in Tablettenform einzunehmen.
Wichtig für Patienten ist die Teilnahme an einer Patientenschulung. Dort können Sie Fragen zu Asthma stellen und die richtige Handhabung der Dosieraerosole erlernen. Außerdem werden Ihnen durch Information und Übungen ein weiteres Verständnis für Ihre Erkrankung gegeben, und die Ängste vor eventuellen Notfällen abgebaut. Auch der Kontakt mit anderen Betroffenen macht für viele Patienten den Umgang mit der Erkrankung leichter.
Als wichtigstes Instrument zur Selbstkontrolle steht das Peak-Flow-Messgerät zur Verfügung. Bei der Untersuchung werden während der Atemtätigkeit des Patienten verschiedene Werte gemessen. Damit kann man einerseits den individuellen tageszeitlichen Verlauf des Asthmas ermitteln und andererseits eine optimale Anpassung der Dosierungszeitpunkte festlegen. Allerdings sind die Messwerte in hohem Maße von der Mitarbeit des Patienten abhängig.
Als ergänzende therapeutische Mittel sind Entspannungsverfahren wie Atemtherapie, autogenes Training und eine unterstützende Psychotherapie zu nennen. Gerade die Kombination von Allgemeinmaßnahmen, medikamentöser und psychotherapeutischer Behandlung wird von den Patienten als sinnvolle Ergänzung zunehmend in Anspruch genommen.
Das gemeinsame Behandlungsziel der Ärzte und Therapeuten ist es, Beschwerden im Alltag zu vermeiden und insbesondere bei Kindern die ungestörte Teilnahme am Schulunterricht, Sport und Spiel zu ermöglichen.
Wichtiger Hinweis:
Patienten mit einem Asthma bronchiale können bei sachkundiger ärztlicher Betreuung und gesundheitsbewusster Lebensführung uneingeschränkte körperliche und geistige Leistungen vollbringen.
Vorsorge
Asthmatische Erkrankungen treten gehäuft innerhalb von Familien auf. Ein bekanntes Risiko für die spätere Entwicklung eines Asthma bronchiale besteht in der Allergenexposition während der frühen Kindheit. Allergenexposition bedeutet, dass ein ständiger Kontakt mit Stoffen, die einen Asthmaanfall bei Personen mit sehr empfindlichen Atemwegen auslösen, besteht. Besonders gefährlich ist vor allem der Kontakt mit der Hausstaubmilbe und Passivrauchen innerhalb des ersten Lebensjahrs.
Fraglich sind die Bedeutung der Ernährung und der Einfluss sozialer Faktoren. Bekannt ist allerdings, dass bei großer Geschwisterzahl Heuschnupfen seltener auftritt. Möglicherweise senken häufige Infekte in der frühen Kindheit das Risiko späterer allergischer Atemwegserkrankungen.
Allgemeine vorbeugende Maßnahmen bestehen im Verzicht auf Tierhaltung (Tierhautschuppen, Vorratsmilbe, Schimmelpilze) und unnötiger Staubquellen (Hausstaubmilben).
Bei der recht häufigen Hausstaubmilben-Allergie kann durch die Verwendung hautfreundlicher, milbendichter Kopfkissen und Matratzenüberzüge (evtl. auch "Allergiker-Matratzen") der ständige Kontakt mit dem Allergen deutlich verringert werden. Wichtig ist auch das Einstellen von Tabakkonsum sowie das Vermeiden übertriebener körperlicher Anstrengungen. Die Raumreinigung sollte durch den Einsatz von Staubsaugern mit Feinstaubfiltern erfolgen. Etwa die Hälfte aller asthmatischer Erkrankungen könnte vermieden werden, wenn das vorhandene Wissen über Risikofaktoren angewendet würde
n es zu Schäden durch Sauerstoffmangel kommen. Beim Status asthmaticus ist durch die massive Lungenüberblähung ein so genannter Pneumothorax möglich. Bei Asthma-Kindern wurde eine Verzögerung von Wachstum und Entwicklung festgestellt
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