Depressionen:
Depression und Angst
Als Depression bezeichnet man eine Erkrankung, die als wichtigstes Symptom eine seelische Niedergeschlagenheit aufweist, insgesamt aber den Menschen in seiner psychischen und körperlichen (somatischen) Gesamtheit betrifft.
Je nach Definition der Diagnosekriterien sind zwischen fünf und 20 Prozent der Bevölkerung im Laufe ihres Lebens von dieser Krankheit betroffen, am häufigsten tritt sie am Ende des dritten Lebensjahrzehnts auf. Man nimmt an, dass die Neigung zur Depression zum Teil vererbbar ist. Hatte man bereits einmal eine Depression, so ist das Risiko für das Wiederauftreten dieser Krankheit im Laufe des Lebens erhöht. Die Depression ist wegen der Gefahr des Selbstmords (Suizidgefahr) potenziell lebensgefährlich, es stehen jedoch wirksame Medikamente und andere Behandlungsmethoden zur Verfügung, mit denen die Krankheit erfolgreich behandelt werden kann.
Ursachen
Bei einer Depression ist der Stoffwechsel des Gehirns verändert. Die Spiegel der Botenstoffe Serotonin und Noradrenalin sind im Vergleich zum Gesunden niedriger. Die Ursache dafür ist unbekannt, wahrscheinlich spielt aber eine erbliche Vorbelastung in diesem komplexen, durch viele Faktoren bedingten (multifaktoriellen) Geschehen eine große Rolle. Andere Faktoren, wie seelische Traumen, Medikamente und Ernährung haben ebenfalls Einfluss auf den Stoffwechsel dieser Botenstoffe (Neurotransmitter). Antidepressive Medikamente entfalten ihre Wirkung, indem sie die Spiegel von Serotonin und/oder Noradrenalin im Gehirn erhöhen.
Es ist ganz natürlich, sich in verschiedenen Situationen des Alltags niedergeschlagen zu fühlen. Die Grenze zwischen normaler Niedergeschlagenheit und der eigentlichen Depression ist dabei fließend. Bei einer Depression muss allerdings kein äußerer auslösender Grund vorhanden sein. Die Krankheit ist oft sowohl für den Kranken als auch für seine Angehörigen und Freunde unerklärlich. Sie kann in vielen Fällen nicht als Reaktion auf eine erkennbare Krise gedeutet werden.
Symptome
• Fehlendes Interesse und Freude an normalen Aktivitäten und Vergnügungen (Hobby, Beruf, Freunde)
• Geringerer Appetit/Gewichtsverlust oder erhöhter Appetit und Gewichtszunahme
• Schlafstörungen, gekennzeichnet durch frühzeitiges Erwachen gefolgt von Grübeln
• Geringerer oder erhöhter Schlafbedarf
• Eingegrenzte Wahrnehmung mit Übersteigerung negativer Erlebnisse und Ausblenden von Erfolg, Lob oder Gewinn
• Empfinden der Gefühllosigkeit ("versteinert sein")
• Rastlosigkeit oder Trägheit und Entschlusslosigkeit
• Verringerte sexuelle Energie
• Fehlende Energie, Müdigkeit
• Geringeres Selbstbewusstsein, übertriebene Schuldgefühle
• Konzentrationsschwierigkeiten, langsamer Gedankengang, Unentschlossenheit
• Negative und pessimistische Zukunftsperspektiven mit Angst vor allem und vor jedem neuen Tag
• Wiederkehrende Gedanken über den Tod, Selbstmordgedanken, Selbstmordversuche
• Körperliche Symptome wie Verstopfung oder Durchfall, Kopfschmerzen, Atemstörungen und allgemeinem Krankheitsgefühl
Diagnose
Der Arzt stellt die Diagnose durch ein ausführliches Gespräch (Anamnese). Mit Hilfe definierter Fragebögen wird dabei festgestellt, ob die Kombination der Beschwerden eine Depression wahrscheinlich macht. In einigen Fällen werden Blutproben untersucht und computertomographische Untersuchungen gemacht, um andere Ursachen für die Symptome auszuschließen (zu niedriger Blutzucker, zu hoher oder zu geringer Stoffwechsel, Mangel an Vitamin B 12, Demenz, hormonelle Störungen usw.).
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