Fettstoffwechselstörungen:
Was sind Fettstoffwechselstörungen?
Bei Fettstoffwechselstörungen sind die Werte für Cholesterin und/oder Triglyceride erhöht.
In Deutschland sind Erkrankung des Herzens und der Gefäße die häufigste Todesursache. Ein wesentlicher Faktor bei der Entstehung von Atherosklerose ("Gefäßverkalkung") ist ein erhöhter Cholesterinspiegel. "Cholesterin" und "Cholesterol" sind übrigens zwei Namen für ein und dieselbe Substanz. Je früher erkannt wird, dass "im Blut zuviel Fett schwimmt", desto eher kann ein Schaden verhindert werden.
Etwa jeder zweite Mensch in Deutschland hat einen Cholesterinwert von über 200 mg/dl. Die Abkürzung "mg/dl" steht für Milligramm pro hundert Milliliter. Bei jedem 10. davon ist die Störung angeboren. Cholesterin ist aber nicht der einzige fettähnliche Stoff, der den Adern zu schaffen macht. Zu den Blutfetten gehören auch noch
- Triglyceride (Neutralfette)
- Phospholipide
- Cholesterolester
Freie Fettsäuren.
Wenn man Fett in Wasser gießt, kann es sich darin nicht lösen. Es schwimmt auf der Oberfläche. Damit Fette im (wässrigen) Blut verteilt werden, binden sie sich an körpereigene Eiweiße, die sogenannten Proteine. Die dadurch entstandenen Lipoproteine (Lipo = Fett) können sich im Blut verteilen und schwimmen durch die Gefäße. Je nach Größe werden sie in unterschiedliche Klassen eingeteilt.
Der Körper bildet etwa Zweidrittel seines Cholesterins selber, den Rest nimmt er mit der Nahrung auf. Cholesterin kann genau so wie Zucker im Blut in größeren Mengen schädlich sein, erfüllt aber auch nützliche Aufgaben. Es ist an der Bildung von Sexualhormonen, Gallensäuren und dem Aufbau von Gewebe beteiligt.
Die Low-density-Lipoproteine, abgekürzt LDL, bestehen überwiegend aus Cholesterin. LDL ist das "schädliche" Cholesterin. Wenn sein Gehalt im Blut zu hoch ist, wird die körpereigene Abwehr aktiv. Bestimmte Fresszellen, die Makrophagen, stürzen sich auf das LDL und verdauen es. Dabei wandern die Fresszellen in die Blutgefäßwand und lagern sich ab. Der Durchmesser des Blutgefäßes wird dadurch mit der Zeit immer enger. Wenn zusätzlich ein Blutpfropf an der verengten Gefäßstelle hängen bleibt, kann es zum Gefäßverschluss, zum Herzinfarkt oder Schlaganfall kommen. Dieses Risiko steigt an, je mehr Risikofaktoren zusammen kommen. Zu ihnen zählen ein zu hoher LDL-Spiegel, Rauchen, Diabetes und erbliche Vorbelastung. Dieser LDL-Wert sollte nicht über 155 mg/dl liegen. Beim Vorliegen eines oder mehrerer Risikofaktoren sollte er nicht über 135 mg/dl liegen.
Die High-density-Lipoproteine, abgekürzt HDL, sind Lipoproteine mit viel Eiweiß und wenig Cholesterin. Im Gegensatz zu "schädlichen" LDL wird HDL als gutes oder nützliches Cholesterin bezeichnet. Sie bestehen aus Cholesterin, Triglyceriden, Phospholipiden und Eiweiß. HDL-Cholesterin kann bereits in den Gefäßwänden abgelagertes LDL-Cholesterin binden. Das so gebundene Cholesterin wird zur Leber transportiert und dort zu Gallensäuren umgebaut. Diese werden mit dem Stuhl ausgeschieden. Ablagerungen in den Gefäßen werden so reduziert.
Wenn zuviel Triglyceride im Blut sind, sinkt der Wert des günstigen HDL-Cholesterins. Auch Triglyceride können die Entstehung einer Atherosklerose fördern. Der Triglyceridwert sollte unter 200 mg/dl liegen. Sind sie sehr stark erhöht, kann es zusätzlich auch zu einem Anstieg der Cholesterinkonzentration kommen. Steigen die Triglyceride auf Werte über 1000 mg/dl an, können unter Umständen lebensgefährliche Komplikationen auftreten. Der Dünndarm und die Bauchspeicheldrüse können erkranken und die Haut beginnt zujucken.
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