Medikament Suche :
Als Wort
Als Satz
Und
Oder
 
Anzahl:
» Startseite
» Apotheke
» Krankheiten
» Homäopathie
» Rezepte
» News

 

Parkinson:

Das Parkinson Syndrom ist mit die häufigste neurologische Erkrankung. Durch die zunehmende Überalterung der Bevölkerung darf mit einem deutlichen Anstieg der Betroffenen gerechnet werden. Derzeit wird in Industrienationen von einer Prävalenz von 2 bis 3 Promille der Bevölkerung ausgegangen. Bei den über 60-jährigen liegt die Prävalenz bei etwa einem Prozent.

Historische Anmerkungen

James Parkinson beschrieb in seinem 1817 erschienen >Essay on the Shaking Palsy< kasuistisch die Symptomatik, die wir beim Parkinson-Syndrom finden. Er hat sicherlich nicht einen Morbus beschrieben. So muss diskutiert werden, ob nicht einige seiner Patienten an einer Multisystem-Atrophie erkrankt waren (untersucht hatte er nur 3 Patienten). Die Bedeutung seines Werkes liegt in der genauen klinischen Beschreibung, bei der neben den Kernsymptomen auch zusätzliche klinische Zeichen vermerkt sind. Erstaunlich ist weiterhin, dass er bei der nur geringen Fallzahl eine genaue Beschreibung abgibt, die auch noch heute mit Interesse zu lesen ist.

Jedoch trat das Parkinson Syndrom nicht erstmals im 19. Jahrhundert auf. So finden sich Erstbeschreibungen krankheitsspezifischer Symptome schon in der Antike. Den Namen Parkinson Erkrankung, oder Morbus Parkinson wurde erstmals von Charcot benutzt (maladie de Parkinson). Bezüglich der Erstbeschreibung des Parkinson Syndroms als Erkrankung der Substantia nigra (Kasuistik) gebührt Blocq und Marinesco Ende des 19. Jahrhunderts Anerkennung. Genauere Beschreibungen finden sich bei Trétiakoff 1919.

Nomenklatur

Die Terminologie wird sehr unterschiedlich gebraucht. Nach wie vor ist die Bezeichung Morbus Parkinson sehr gebräuchlich. Daneben findet sich beispielsweise noch im ICD 9 die Bezeichung Paralysis agitans. Auch die deutsche Bezeichung Schüttellähmung wird immer wieder benutzt. Die Bezeichnung Parkinsonismus als eingedeutschte Form des anglo-amerikanischen Parkinsonism sollte vermieden werden. Sinnvoll ist m.E. vom Parkinson-Syndrom zu sprechen und zwischen idiopathischem Parkinson-Syndrom (iPS) und symptomatischen Formen zu differenzieren.

Der Begriff Morbus Parkinson ist schlecht definiert, weshalb ich ihn vermeide. Es ist bei diesem Begriff nicht klar, ob hereditäre Formen oder das idiopathische Parkinson-Syndrom gemeint sind.

Typen:

  • Tremordominanz-Typ
  • Rigor-Akinese-Typ
  • Äquivalenztyp

Weiterhin abgegrenzt werden sollten der juvenile Typ sowie Patienten mit einem genetisch determinierten PS.

  • Kardinalsymptome eines Parkinson-Syndroms
  • Bradykinese
  • Rigor
  • Ruhe- bzw. Haltetremor
  • Haltungsinstabilität

Diagnostik:
Die Diagnose eines Parkinson-Syndroms wird nach wie vor durch die klinische Untersuchung gestellt. Trotz Weiterentwicklung bildgebender Verfahren ist der klinische Befund führend und entscheidet im Zweifelsfall.

Die Frühsymptome sind meistens sehr unspezifisch. Retrospektiv beklagen die Patienten in den Jahren vor der Diagnosestellung Schmerzen, v.a. im LWS-Bereich und der Gelenke, vegetative Symptome und psychiatrische Veränderungen.

Die motorischen Symptome beginnen stet seinseitig.DerTremortrittinetwa 70 % als Erstsymptom auf, wobei sich bei diesen Patienten restrospektiv häufig auch andere Symptome finden lassen. Häufiger sind motorische Einschränkungen. Dies steht im Widerspruch zu der landläufigen Meinung, dass der Tremor zwingend zur Diagnose gehöre. Bei dem Tremor handelt es sich um einen Ruhetremor, im Einzelfall zusätzlich noch um einen Haltetremor. Typischerweise liegt die Tremorfrequenz zwischen 4 und 8 Hz, in Einzelfällen auch darunter. Der Tremor ist auch bekannt als Pillendreher- oder Münzzähltremor.

Als klassischer Befund kann beim Gehen ein fehlendes Mitschwingen des Arms der vorwiegend betroffenen Seite und eventuell ein Nachziehen des betroffenen Beines festgestellt werden. Häufig wird der betroffene Arm in leicht gebeugter Stellung gehalten. Daneben fällt die leicht gebeute Körperhaltung auf.

Diagnosekriterien:

  • Einseitiger Beginn
  • Ruhetremor
  • Progressiver Verlauf
  • Ansprechen auf L-Dopa
  • gute Besserung unter der Therapie
  • Ansprechen mehr als 5 Jahre
  • L-Dopa induzierte Dyskinesien

Symptomatisches Parkinson-Syndrom

  • medikamentös induziert
  • traumatisch
  • postenzephalitisch
  • toxisch
  • bei Raumforderungen
  • arteriosklerotisch
  • Apomorphin-Test

Der Apomorphin-Test ist nach wie vor als wichtiges Diagnosekriterium akzeptiert.

Apomorphin ist ein nicht-ergoliner Dopaminagonist. Die Substanz ist in Deutschland zur Behandlung des Parkinson-Syndroms nicht zugelassen, sondern steht als Injektionsampulle nur zur Auslösung eines willkürlichen Erbrechens zur Verfügung.

Vor der Injektion sollte zur Vermeidung gastrointestinaler Beschwerden über wenigstens 3 Tage mit dem peripheren Dopamin-Rezeptor-Antagonist Domperidon vorbehandelt werden.

Die Untersuchung ist in ihrer Aussage durch die gastrointestinalen Beschwerden limitiert, die trotz der Vorbehandlung mit Domperidon in vielen Fällen auftreten.

Alternativ kann natürlich auch ein L-Dopa Test durchgeführt werden. Durch Auflösen der Tablette (was mit vielen Präparaten möglich ist) kann häufig ein gleicher Effekt mit deutlich geringerem Aufwand erreicht werden.

Ausschlussdiagnostik

Das idiopathische Parkinson-Syndrom ist eine klinische Diagnose. Die meisten symptomatischen Formen können bereits durch Anamnese und klinischen Befund ausgeschlossen werden. Einige symptomatische Formen lassen sich auch nicht durch eine weiterführende Diagnostik definitiv ausschließen.

Ein Routinelabor und eine Bildgebung des Gehirns dürfen als Standard angesehen werden. Die Blut- und Urinuntersuchungen können bei Verdacht auf eine symptomatische Form ergänzt werden, z.B. Kupfer und Coeruloplasmin. Eine Liquoruntersuchung sollte nur in Einzelfällen bei gezielter Fragestellung erfolgen. Bezüglich der bildgebenden Verfahren empfehle ich die Magnet-Resonanz-Tomographie (MRT). Bei einer weitreichenden Diagnose wie dem Parkinson-Syndrom, halte ich die MRT in der initialen Diagnostik gegenüber der Computertomographie gerechtfertigt. Wobei einschränkend gesagt werden muss, dass nur äußerst selten hierdurch eine richtungsweisende Diagnose gestellt wird. Häufig dient es zu Beruhigung und Absicherung des Patienten, aber auch des behandelnden Arztes. Zur positiven Diagnosesicherung darf die Rolle des MRT als gering angesehen werden. Hierbei ist die klinische Untersuchung wesentlich valider.

  • Hoehn und Yahr – Skala
  • Stadium Symptomatik
  • I einseitige Manifestation
  • II beidseitige Manifestation
  • III gestörte Haltungsreflexe, Gleichgewichtsstörungen, Hinstürzen

www.m-parkinson.de