Einleitung
Das Wort «Aids» steht für die englische Bezeichnung «Acquired Immunodeficiency Syndrome», zu deutsch «Erworbenes Immunschwächesyndrom». Bei einer Immunschwäche ist die Abwehrfähigkeit des Körpers gegenüber Krankheitserregern vermindert. Eine fortgeschrittene Immunschwäche kann zu verschiedenen schweren Erkrankungen und zum Tod führen. Das gleichzeitige Auftreten verschiedener Krankheitserscheinungen wird in der Medizin als «Syndrom» bezeichnet.
Aids ist die Spätfolge einer Infektion mit dem HI-Virus («Human Immunodeficiency Virus», kurz: HIV = «Menschliches Immunschwäche-Virus»). Deshalb spricht man von einem «erworbenen» Immunschwächesyndrom.
Die Wissenschaft teilt den Verlauf einer HIV-Infektion in verschiedene Stadien ein. Mit Aids wird jenes Stadium bezeichnet, bei dem das Immunsystem stark beeinträchtigt ist und sich bestimmte, schwerwiegende und zum Teil lebensbedrohliche Infektionskrankheiten und Tumoren entwickeln.
Eine Infektion mit HIV ist nicht heilbar. Aber dank verbesserter medizinischer Therapien bestehen gute Chancen, dass sich eine bereits erworbene Immunschwäche zurückbildet oder dass sich – bei rechtzeitigem Therapiebeginn – ihr Auftreten viele Jahre hinauszögern lässt. Bei vielen Menschen mit HIV hat der medizinische Fortschritt zu einer deutlich höheren Lebenserwartung geführt (vgl. Kombinationstherapie).
Eine HIV-Infektion ist aber nach wie vor eine lebensbedrohende Krankheit.
Woher kommt das HI-Virus?
Bei bestimmten, in Afrika heimischen Affenarten gibt es ein ganz ähnliches Virus wie HIV, das SIV (Simian Immunodeficiency Virus). Mit grösster Wahrscheinlichkeit entstand das HI-Virus durch Mutation (spontane Genveränderung) aus diesem «Affenvirus». Der Übergang auf den Menschen dürfte in den 1930-er Jahren erfolgt sein; seither verbreitet sich das Virus. Aber erst als in den frühen achtziger Jahren in Amerika vorher sehr seltene, ungewöhnliche Krankheitsbilder gehäuft beobachtet werden mussten, wurde das «neue» Syndrom erkannt.
1983/84 wurde dann das Virus HIV-1 entdeckt; wenig später gelang der erste Nachweis von HIV-2. Beide Virustypen und ihre Untergruppen (Subtypen) weisen spezielle Merkmale auf und kommen je nach Kontinent unterschiedlich häufig vor.
Für alle gelten aber die gleichen Schutzmöglichkeiten (vgl. Schutz: Safer Sex und Safer Use).
Wie wird HIV übertragen?
Das HI-Virus kann auf folgenden Wegen von Mensch zu Mensch übertragen werden (vgl. dazu Wie kann HIV übertragen werden?):
- ungeschützter Geschlechtsverkehr
- Spritzen-/Nadeltausch bei intravenösem Drogenkonsum
- von der Mutter auf das Kind während der Schwangerschaft, bei der Geburt und durch das Stillen
- Nachweis einer HIV-Infektion
Eine Infektion mit HIV wird in der Regel durch den HIV-Antikörper-Test festgestellt; es gibt aber auch weitere Testverfahren, die entweder die virale Erbinformation oder Hüllenproteine des Virus nachweisen (vgl. Der HIV-Test)
HIV als «Bedrohung»
«Aids» führt immer wieder auch zu unbegründeten Ängsten, zu Diskriminierung und Ausgrenzung. Deshalb gilt es zu informieren, Vorurteile abzubauen sowie Zuwendung und Hilfsbereitschaft zu fördern. Lesen Sie hierzu «HIV/Aids und Gesellschaft».
Quelle:www.aids.ch