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colitis ulserosa:

Die Colitis ulcerosa ist eine chronisch entzündliche, meist in Schüben verlaufende Darmerkrankung, die vom Mastdarm ausgeht und sich auf den gesamten Dickdarm ausbreiten kann. Die krankheitsauslösende Ursache ist unbekannt, der Krankheitsbeginn liegt meistzwischendem20.und 40. Lebensjahr. Typische Symptome sind Durchfälle mit Schleim- und Blutbeimengungen sowie Bauchschmerzen. Daneben kann es zu Gewichtsverlust, Komplikationen von Seiten des Darmes (in 5-7%) und Entzündungen in anderen Organen kommen. Nach langjährigem Verlauf ist das Risiko der Entstehung von Darmkrebs erhöht. Die Diagnose erfolgt durch Darmspiegelung, Röntgen, Ultraschall sowie Blut- und Stuhluntersuchungen. Die Therapie besteht aus individueller Vermeidungsdiät und entzündungshemmenden Medikamenten. Bei Komplikationen kann eine Operation notwendig werden. Der Verlauf ist im Einzelfall nicht vorhersehbar, die mittlere Lebenserwartung ist jedoch nicht messbar eingeschränkt.

Definition
Bei der Colitis ulcerosa handelt es sich um eine chronisch entzündliche Erkrankung der Schleimhaut des Dickdarmes unbekannter Ursache (Ätiologie) und Entstehungsweise (Pathogenese). Sie beginnt stets im Mastdarm (Rektum) und breitet sich bei etwa der Hälfte der Betroffenen in Richtung des Dickdarms (Kolon) aus.

Lokalisation
Die Colitis ulcerosa befällt vorzugsweise das Rektum und den linksseitigen Dickdarm (Kolon). Sie kann sich aber auch über den gesamten Dickdarm kontinuierlich ausbreiten. Ein Befall des Dünndarms jedoch ist sehr selten. Das kontinuierliche und auf den Dickdarm beschränkte Ausbreitungsmuster grenzen die Colitis ulcerosa gegenüber dem Morbus Crohn ab.

Häufigkeit
Es treten jährlich 2 bis 10 Neuerkrankungen pro 100000 Einwohnern auf. Bei Frauen wird die Colitis ulcerosa geringfügig häufiger beobachtet. Die Erkrankung kann bei Personen jeden Alters auftreten, sie hat aber einen Häufigkeitsgipfel zwischen dem 20. und 40. Lebensjahr. Es gibt sowohl eine familiäre Häufung, als auch eine ethnische. Weiße erkranken etwa vier mal so oft wie Farbige. In den letzten 20 Jahren hat die Zahl der Neuerkrankungen, wie auch beim Morbus Crohn, zugenommen.

Ursachen (Ätiologie)
Die Ursachen sind nach wie vor unbekannt. Man nimmt an, dass mehrere Faktoren zusammen wirken müssen (multifaktorielle Genese). Diese Annahme stützt sich auf folgende Beobachtungen bei Patienten mit Colitis ulcerosa:

  • familiäre Häufung (erbliche Veranlagung)
  • Ernährungsfaktoren und Nahrungsbestandteile
  • Störung des Immunsystems
  • Bakterien, Viren
  • psychosomatische Ursachen

Symptome
Die wichtigsten Symptome (Leitsymptome) sind ein blutiger Stuhl mit Schleimbeimengungen und Durchfall, in schweren Fällen bis zu 30 Stuhlgängen pro Tag sowie Leibschmerzen. Diese Schmerzen werden im Dickdarm, in der Mitte des Unterbauches oder in der Kreuzbeingegend empfunden. Häufig verspüren die Patienten Schmerzen vor oder unmittelbar nach dem Stuhlabgang (Tenesmen). Es können auch Blutabgänge ohne Stuhl auftreten. Viele Patienten zeigen einen Gewichtsverlust als Folge von Eiweißverlusten über den Darm und verminderter Nahrungszufuhr, fühlen sich müde und abgeschlagen. Fieber und eine Zunahme der weißen Blutkörperchen (Leukozytose) sind relativ häufig.

Diagnose
Das Ziel der diagnostischen Untersuchungen ist die Sicherung der Diagnose sowie die Verlaufskontrolle mit der Feststellung möglicher Komplikationen. Erste Hinweise ergeben sich aus der Befragung des Patienten (Anamnese) und der körperlichen Untersuchung, z.B. Blut am Fingerling bei rektaler Untersuchung. Zur Sicherung der Diagnose und Abgrenzung gegenüber anderen entzündlichen Darmerkrankungen vor allem gegenüber dem Morbus Chron bedarf es bildgebender und laborchemischer Untersuchungsverfahren. Dazu gehören:

Röntgen: Darstellung des Dickdarmes durch Kontrastmittelfüllung (Kolon-Kontrasteinlauf)
Darmspiegelung (Rektoskopie bzw. Koloskopie) mit Entnahme von Schleimhautproben (Biopsie) und deren feingewebliche Untersuchung (Histologie)
Ultraschall (Sonographie)
Laboruntersuchungen
Bakteriologische Stuhluntersuchung zum Ausschluss erregerbedingter Darmentzündungen
Therapie
Das Ziel der Therapie besteht darin, die Symptome zu mindern und Komplikationen zu vermeiden. Die Behandlung der Colitis ulcerosa erfolgt am besten durch eine Diät und die Anwendung entzündungshemmender Medikamente.

Für die Ernährung gilt allgemein die so genannte Vermeidungsdiät, das heißt, dass der Patient das essen soll, was ihm bekommt und alles andere meiden soll. Weiterhin sollte die Kost eiweißreich, ballaststoffreich sowie blähungsarm sein. Ausgenommen ist die Ernährung während eines akuten Schubs, da in diesem Fall eine derartige nicht bzw. schwer lösliche Kost die entzündeten Dickdarmschleimhäute zusätzlich reizen würde. Dadurch kann die Schwere des Schubs erhöht und seine Dauer verlängert werden. Manche Patienten reagieren auch gut auf eine milchfreie Ernährung. Wie erwähnt, sind jegliche unverträglichen Nahrungsmittel unbedingt zu meiden. In schweren Fällen kann die Umstellung auf eine vollresorbierbare Elementarkost ("Kosmonautennahrung") oder sogar eine künstliche Ernährung unter Umgehung der Verdauungstraktes (z.B. intravenös) notwendig werden.

Die medikamentöse Therapie erfolgt mit Kortikosteroiden oder Salizylaten. Kortikosteroide werden oral (als Tabletten), parenteral (intravenös) oder als Zäpfchen bzw. Klysmen (rektal) eingesetzt. Seit mehr als 40 Jahren wird Salazosulfapyridin erfolgreich angewendet. Heute steht ein neues Salizylat zur Verfügung (Mesalazin), das sowohl als Tablette als auch als Zäpfchen benutzt werden kann.

Die Notwendigkeit einer operativen Therapie besteht, wenn Komplikationen auftreten. Da bei der Colitis ulcerosa die Entzündung auf den Dickdarm beschränkt ist, kann durch eine Entfernung des gesamten Dickdarmes eine Heilung erreicht werden. Allerdings ist ein solcher radikaler Eingriff nur besonders schweren Fällen vorbehalten.

Eine begleitende Psychotherapie sollte in Erwägung gezogen werden

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